Gesine Grundmann, Ohne Titel, 2015, Eierkarton geschichtet
Gesine Grundmann, Ohne Titel, 2015, Eierkarton geschichtet, © VG BILD-KUNST 2020, Bonn, Foto: Michael Wittassek
Mary Bauermeister, Kotztüten, 2002, Tinte auf Papier, Büroklammern, Nylon, Spiegel, Plexiglas, Holz

Mary Bauermeister, Kotztüten, 2002, Tinte auf Papier, Büroklammern, Nylon, Spiegel, Plexiglas, Holz, © VG BILD-KUNST 2020, Bonn, Foto: Michael Wittassek

Jac Leirner, Fase Azul, 1991, Geldscheine auf Nylonschnur gefädelt
Jac Leirner, Fase Azul, 1991, Geldscheine auf Nylonschnur gefädelt, © VG BILD-KUNST 2020, Bonn, Foto: Michael Wittassek
Eric de Bree, Withdrawal Symptom # 61, 2019, Papier, Tusche, Sprühfarbe

Erik de Bree, Withdrawal Symptom # 61, 2019, Papier, Tusche, Sprühfarbe

Rutenbeck - Schoonhoven
Vorne: Reiner Ruthenbeck, Weißer Papierhaufen, 1978/79, 600 Blatt Papier, geknüllt, Leihgabe Stiftung Kunstfonds, © VG BILD-KUNST 2020, Bonn
Rechts: Jan J. Schoonhoven, Geprägte Strukturen, 1972, Folge von 8 Prägedrucken, © VG BILD-KUNST 2020, Bonn
Links: Jan J. Schoonhoven, Rechtecke im Plan, 1971, Pappmaché auf Holz, Dauerleihgabe Stiftung Kunst im Landesbesitz Nordrhein-Westfalen, © VG BILD-KUNST 2020, Bonn
Foto: Michael Wittassek

NEU AUFGESTELLT

Neuerwerbungen, Schenkungen,

Dauerleihgaben und mehr

05.06.2020 - 09.08.2020     1. OG

05.06.2020 - 06.06.2021     2. OG

Bereits in den 1980er Jahren wurde damit begonnen, in der Papierstadt Bergisch Gladbach eine Sammlung mit künstlerischen Arbeiten aufzubauen, die den Werkstoff Papier in all seinen Erscheinungsformen und Gestaltungsmöglichkeiten widerspiegelt. Inzwischen umfassen die Bestände der Sammlung „Kunst aus Papier“ knapp 500 Arbeiten international renommierter Künstler*innen wie Jac Leirner, Monika Grzymala, Christo, John Cage, Mischa Kuball, Simon Schubert oder Jenny Holzer. Nicht nur in ihrer Spezialisierung, sondern auch in der ambitionierten Ausrichtung ist diese Sammlung einzigartig.

In der selbstauferlegten Beschränkung auf ein vermeintliches Alltagsmaterial überrascht die Sammlung durch die schier grenzenlosen Möglichkeiten der Bearbeitung und Verarbeitung von Papier, Pulp und Co: Die künstlerischen Techniken reichen von zerreißen, zerschneiden, zerknüllen, zerfetzen, schaben, kratzen, durchlöchern, zermahlen oder schöpfen bis kleben, falten, schichten, prägen, rollen und vielem mehr. Gerade in dieser Vielfalt geht die Sammlung über das Thema Papier weit hinaus und entwirft ein beeindruckendes Panorama der Gegenwartskunst in ihrer ganzen Heterogenität.

Es ist eine stille, aber doch entschiedene Kunst, die dem Alltagsmaterial Papier einen sinnlichen, immer wieder überraschenden Reichtum abgewinnt. Mit Humor und Leichtigkeit entwickelt die Kunst aus Papier eine ganz eigene Kraft und entfaltet ein Potential, das alle Erwartungen sprengt.

Erstmals präsentiert werden auch Dauerleihgaben aus der Stiftung Kunst im Landesbesitz Nordrhein-Westfalen, die die Sammlung inhaltlich wunderbar ergänzen. Unter diesen herausragenden Arbeiten von Künstler*innen wie Jean Tinguely, Imi Knoebel und Felix Droese besonders hervorzuheben ist eine große Arbeit von Jan J. Schoonhoven.

Ein weiteres Highlight stellt die Präsentation einer Ikone der Kunst aus Papier dar: Reiner Ruthenbecks „Weißer Papierhaufen“ aus dem Jahr 1978/79. Diese wegweisende Skulptur stellte in der Zeit ihrer Entstehung erstmals die physische Präsenz und auratische Wirkung des Mediums Papier auf das gleiche Niveau wie die traditionellen Bildhauermaterialien Stein oder Metall. Die Arbeit wird für die Dauer der Ausstellung als großzügige Leihgabe der Stiftung Kunstfonds in die Präsentation integriert.

Basiert die Sammlung in ihren Anfängen hauptsächlich auf Mitteln der Kulturstiftung der Kreissparkasse Köln, so sind es heute immer wieder kunstsinnige Bürger*innen und Kulturvereine wie der Galerie+Schloss e.V. oder der Rotary Club Bergisch Gladbach, die Ankäufe ermöglichen. Nur durch das bürgerliche Engagement – und die besonders dankenswerten Schenkungen, die direkt von Seiten der Künstler*innen an das Museum gehen – kann sich eine hochkarätige Sammlung heute weiterentwickeln. Eine Sammlung muss aber wachsen, um lebendig und für die Gegenwart relevant zu bleiben.


Begleitprogramm

Aufgrund der Bestimmungen zur Covid-19-Pandemie findet derzeit kein Begleitprogramm statt. Wir bereiten ein Begleitprogramm vor, das angepasst an die aktuelle Situation ab dem 1. Juli 2020 wieder Führungen, Vorträge und Workshops anbietet. Wir werden Sie über die Wiederaufnahme der kontinuierlichen Vermittlungsangebote (Kunstgenuss, Kunstlabor, Mit Baby ins Museum, Sonntags-Atelier etc.) sowie spezieller ausstellungsbegleitender Veranstaltungen und Workshops gesondert über die Pressestelle, Newsletter und Social Media informieren.


Publikation

Zur Sammlung ist ein neuer umfangreicher Bestandskatalog in Vorbereitung.


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