Martin Rosswog
Martin Rosswog, Normandie, Frankreich, um 2010, Fotografie, © Martin Rosswog, VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Begleitende Veranstaltungen zur Ausstellung
„Es wird einmal gewesen sein“
Jutta Dunkel – Martin Rosswog

29.08. – 22.11.2020

Wegen begrenzter Teilnehmerzahlen empfehlen wir eine telefonische Anmeldung! Sie erreichen uns unter 02202.142304. Die max. erlaubte Teilnehmerzahl wird den jeweils aktuellen Bestimmungen zur Covid19Pandemie angepasst. Bitte beachten Sie die Hygienevorschriften.


Öffentliche Führungen

So 20.09. 2020 11:00 Uhr

So 11. 10. 2020 11:00 Uhr

So 25. 10. 2020 11:00 Uhr

So 15. 11. 2020 11:00 Uhr

Weitere Führungen auf Anfrage


Gespräch mit der Künstlerin Jutta Dunkel

Moderation: Sabine Elsa Müller M.A.

Do 10.09. 2020 19:30 Uhr

Die Bergisch Gladbacher Künstlerin Jutta Dunkel erschließt sich die Welt über die Buntstiftzeichnung. Mit dieser sehr langwierigen und zur Herausarbeitung von Details besonders geeigneten Technik nähert sie sich sehr behutsam unterschiedlichen, aus ihrer persönlichen Sicht bedeutungsvollen Themen. Einen großen Raum nehmen ihre zeichnerischen Untersuchungen des Phänomens der Veränderung im Verlauf der Zeit ein. Insbesondere in ihren Zeichnungen aufgeschnittener Früchte, an denen schon die Spuren des organischen Verfalls sichtbar werden, fixiert sie flüchtige Momente, die im starken Kontrast zu der beachtlichen Produktionsdauer einer mehrschichtigen Buntstiftzeichnung stehen. Dabei folgt sie einer beeindruckenden Ästhetik, bei der nichts beschönigt, aber gerade in der schonungslosen Nahsicht eine neu zu entdeckende Schönheit sichtbar wird. Daneben entstehen mit  den Serien Heimkehr, geträumt und Nahverkehr Aufzeichnungen über Orte, mit denen die Künstlerin eigene Erfahrungen und Erinnerungen verknüpft. Diese sensiblen Blätter fordern dazu auf, sich im positivsten Sinne mit «Zeit» und dem Leben im Hier und Jetzt auseinanderzusetzen.

Im Gespräch mit Sabine Elsa Müller wird Jutta Dunkel ihre Herangehensweise weiter ausführen und sich auch den Fragen des Publikums stellen.


Filmabend mit dem Künstler Martin Rosswog

In Visita (zu Besuch), 2016, 80 min, Dokumentarfilm von Martin Rosswog

Di 10. 11. 2020 19:00 Uhr

2003 hat Martin Rosswog begonnen, nach Abschluss der Arbeit über die Siebenbürger Sachsen in Vurpar (Burgberg) in Rumänien, in den Siedlungen der Roma an den Rändern des Dorfes Vurp?r zu photographieren. Im Laufe der Jahre von 2003 bis 2016 suchte er immer wieder dieselben Familien auf und brachte auch viele Sachspenden (Kleider und Lebensmittel) mit. Die Kinder, die er zwischen 2003 und 2004 photographiert hatte, sind heute erwachsen und haben selbst Familien gegründet.
Man muss wissen, dass in den transsilvanischen Dörfern die Population der Roma ständig zunimmt. Es entstehen eine Art Gettos. So gibt es auch in Burgberg das Ortszentrum mit den Häusern der deutschstämmigen Bevölkerung, die jetzt leer stehen oder von Rumänen gekauft worden sind. Etwas außerhalb des Dorfes befindet sich das rumänische Viertel und ganz am Rand bauen schließlich die Roma ihre kleinen Häuser. Der Bürgermeister bzw. die Gemeinde stellt ihnen die Grundstücke zur Verfügung. Viele Männer der Roma, aber auch Frauen, arbeiten für sechs bis acht Wochen im Jahr als Erntehelfer in Deutschland, so finanzieren sie sich ihre Neubauten.
2015 fasste Rosswog den Entschluss, dort nicht nur zu photographieren, sondern darüber hinaus einen Dokumentarfilm zu drehen. In dem Film, formal als eine Art visuelles Tagebuch angelegt, geht es um drei junge Frauen, ihre Kinder und ihre Partner. Fast alle im Film zu sehenden Personen sind schon einmal von ihm photographiert worden. So zeigt eine Aufnahme von 2004 das kleine Mädchen Maria ängstlich zwischen ihren Eltern stehend, im Film elf Jahre später sieht man sie als junge Frau mit vier eigenen kleinen Kindern. Ein anderes Mädchen namens Maria, 2014 gerade der Pubertät entwachsen, ist auf einer Photographie von 2015 deutlich als schwanger zu erkennen. 2016 sieht man sie mit ihrem 26-jährigen Mann, den Schwiegereltern und mit dem Baby Nicoletta.
Der Film ist mit Hilfe eines kleinen Teams entstanden, zu dem eine Dolmetscherin gehört, die den Künstler schon seit drei Jahren begleitet, und die Assistentin Helena Grebe.
Der Zuschauer kommt den Menschen, die auf den photographischen Portraits zu sehen sind, durch den Film noch einmal näher. Und er kann miterleben, wie ein Filmteam arbeitet, er ist beim Geschehen unmittelbar dabei.


Lesung im Grünen Salon:

Theresia Enzensberger – Blaupause

Luise Schilling studiert am Weimarer Bauhaus und wirft sich hinein in die Träume und Ideen der 1920er Jahre: Eine junge Frau in den Wirren ihres Lebens und Konflikte, die auch ein Jahrhundert später noch äußerst gegenwärtig sind.

Einführung und Lesung: Walter Demmer, Psychiater

Di 27. 10. 2020 19:30 Uhr


Gespräch im Roten Salon

Gegenwartskunst – Strategien und Konzepte statt Stile und Epochen? Haben die Kriterien Stil, Epoche und Bewegung in der Beurteilung der Gegenwartskunst jede Bedeutung verloren? Erkennt man Künstler*innen stattdessen nur noch an Strategien und Konzepten? Der Versuch einer Neuordnung der zeitgenössischen Kunst anhand veränderter Kategorien und Blickwinkel.

Referent: Georg Dittrich, Architekt und Künstler

Di 15.09. 2020 19:30 Uhr


Ladies’ Night

Viele kunstinteressierte Ladies, eine Führung und anschließend ein gemeinsamer Drink in entspannter Atmosphäre.

Für Teilnehmerinnen jeden Alters.

Do 24.09. 2020 18:00 Uhr


Dialog mit dem Original

Gemeinsame Betrachtung eines ausgewählten Werkes.

Jeden 3. Sonntag im Monat, 15:00 – 16:00 Uhr.

So 20. 09. / So 18. 10. / So 22. 11.


Sonntags-Atelier

Künstlerisches Arbeiten im Atelier für Besucher*innen jeden Alters. Jeden 1. Sonntag im Monat, 11:00 – 13:00 Uhr.

So 06. 09. / So 04. 10. / So 01. 11.


Kunstlabor

Inklusiver Workshop für junge Menschen ab 13 Jahren unter Anleitung eines jungen Teams. Jeden 2. Samstag im Monat, 14:00 – 17:30 Uhr. Teilnahme kostenlos.

Sa 12. 09. / Sa 10. 10. / Sa 14. 11.


Mit Baby ins Museum

Führung für Eltern mit ihren Babys bis 1 Jahr (in Kooperation mit der Kath. Familienbildungsstätte). Jeden 1. Mittwoch im Monat, 10:30 – 12:00 Uhr. Anmeldung bei der Kath. Familienbildungsstätte unter 02202-936390

Mi 02. 09. / Mi 07. 10. / Mi 04. 11.


Workshops für Schulen, Kitas & andere Gruppen

Das Angebot wird im gestalterischen Anspruch jeweils der Gruppe angepasst. Die Gebühr von 4 Euro pro Kind beinhaltet Eintritt und Materialkosten. Workshops für Erwachsene ab 160 Euro pro Gruppe.

Beratung und Terminabsprache unter 02202. 14 23 04 oder info@villazanders.de.

Angebot 1:
Wie funktioniert Erinnerung? Wie bleibt oder wird sie sichtbar? Welche Bilder prägen uns? Wir erinnern uns als Klasse an ein gemeinsames Erlebnis, zum Beispiel einen Wandertag. Jede*r fertigt dann eine Zeichnung zu diesem Erlebnis an. Aus der Summe aller Zeichnungen versuchen wir, das Erlebte gestalterisch zu rekonstruieren.

Angebot 2:
Erinnerungsräume im Karton? In einer kleinen Schachtel aus Karton kreieren wir Erinnerungen. Das können tatsächliche Räume wie das eigene Kinderzimmer sein oder aber Erinnerungen an einen ganz bestimmten Moment.

Jutta Dunkel

Jutta Dunkel, o.T. aus der Serie „Nahverkehr“, 2018, Buntstiftzeichnung, 15 x 10 cm