Papier als „Zauberstoff“
Entsprechend vielfältig sind auch die künstlerischen Techniken. Alle nur vorstellbaren Be- und Verarbeitungsmöglichkeiten von Papier, Papiermasse bzw. Karton sind vertreten: zerreißen, zerschneiden, zerknüllen, zerfetzen, schlitzen, schaben, abschleifen, zerkratzen, durchlöchern, verbrennen, zermahlen sowie schöpfen, kleben, flechten, falten, schichten, stanzen, prägen, stapeln, rollen usw. Papier ist eben geduldig.


Im Vergleich zu anderen traditionellen künstlerischen
Arbeitsmaterialien besitzt Papier universelle Eigenschaften. Seine
schier unerschöpflichen – auch akustischen und haptischen –
Qualitäten faszinieren Künstler verstärkt seit den 1960er Jahren. Ihnen
geht es dabei vielfach um systematische Untersuchungen
materialimmanenter Phänomene.
Material als Material oder Material pur – hierum geht es hauptsächlich in der Sammlung Sie stellt Aspekte einer häufig vom Elementaren, vom Einfachen ausgehenden Kunst heraus. Eine stille, zurückhaltende und dennoch entschiedene Kunst ist das. Sie vermag durch die Ökonomie ihrer formalen und materiellen Mittel zu überzeugen. Der scheinbaren Kärglichkeit, ja „Armut“ des Materials gewinnt sie einen ästhetischen Reichtum ab, der immer wieder überrascht und den Besuch der Sammlung erlebnisreich werden lässt.

