Seine Stiftung

Das kinderlose Ehepaar Lindgens  hat schließlich 1973 mit der Stadt Bergisch Gladbach einen Vertrag geschlossen, durch den der künstlerische Nachlass von Walter Lindgens einschließlich seiner Kunstsammlung bei Ableben der Stadt Bergisch Gladbach zufallen sollte.

Lindgens starb 1978. Seitdem verwaltet die Städtische Galerie Villa Zanders diesen Bestand und stellt regelmäßig hieraus wechselnde Ausstellungen zusammen.

Der Bestand umfasst ca. 500 eigene Gemälde, wobei  das zumeist abstrakte Spätwerk in der Überzahl ist. Vom dem deutlich französisch bzw. kubistisch geprägten Frühwerk ist hingegen wegen der hohen Kriegsverluste nur wenig übrig geblieben. Dennoch gestattet das erhalten gebliebene Material im Verein mit dem ausführlichen,  1973 zu Lebzeiten von Lindgens erschienenen  Werkverzeichnis von Richard Kreidler (Schriftenverzeichnis) eine recht genaue Vorstellung seiner künstlerischen Entwicklung.

Walter Lindgens, Blauer Stern, umklammert, 1961
Sie steht anfangs unter dem Eindruck des Spätexpressionismus, führt über die Auseinandersetzung mit Cézanne und der französischen Moderne in den ersten Nachkriegsjahren kurzzeitig zu einem eigentümlichen, bisweilen rokokohaften Romantizismus, um schließlich seit den 50er Jahren unter dem Eindruck von so unterschiedlichen Meistern wie Picasso, Marc Chagall, Oskar Schlemmer, Max Ernst, Paul Klee und anderen Vorbildern  den Anschluss an die Moderne zurückzufinden.

Das Alterswerk schwankt zwischen ornamentaler Abstraktion und poetischer Naturverklärung, wobei Mikrokosmos und Makrokosmos in eins zusammenfallen.

Mit dieser Fremdorientierung und Widersprüchlichkeit spiegelt das Gesamtwerk exemplarisch die Situation vieler Künstler wider, die nach dem Zweiten Weltkrieg einen Neubeginn und zugleich den Anschluss an internationale Entwicklungen suchten.