Vielfalt des Materials

Die von den Künstlern verwendeten Materialien sind durchaus alltäglich und vertraut. Doch dürfte so manches Werk schon allein wegen seiner materiellen Alltäglichkeit, ja „Ärmlichkeit“ tradierte Material-Wert-Vorstellungen von Kunst in Frage stellen. Ähnliches gilt für das ungewohnte formale Repertoire, innerhalb dessen eingeübte Verabredungsbegriffe wie Bild, Relief, Skulptur vielfach kaum noch greifen.

Ganz unterschiedliche Strömungen  und Gruppierungen sind mit signifikanten Arbeiten in der Sammlung vertreten, doch setzt sie einen Schwerpunkt bei den Meistern der strengen Form. Stark vertreten sind etwa:  Zero, Konkrete, Konstruktive, Konzeptuelle, aber auch visuelle Poeten, Aktionisten, die Nouveaux Réalistes, Vertreter der Arte Povera, Materialanalytiker, Minimalisten und solche, die mit flüssigem Papier malen und viele andere.

In der abwechslungsreichen Vielgestaltigkeit der Sammlung spiegelt sich die Heterogenität der modernen Kunst, in der das Individuum Ziel und Maßstab für die künstlerische Arbeit autonom bestimmt. 
Reinhold Köhler, Plakatdécollage, 1958